Viele Menschen würden von sich sagen, dass sie gesund sind. Sie haben keine Diagnose, keine akuten Beschwerden und funktionieren im Alltag. Und trotzdem fühlt sich etwas nicht richtig an. Die Energie fehlt, der Schlaf bringt keine echte Erholung und selbst kleine Belastungen fühlen sich schneller überwältigend an als früher.

Dieser Zustand ist schwer greifbar, weil er nicht eindeutig krank macht. Gleichzeitig ist er weit entfernt von dem Gefühl, wirklich gesund zu sein. Es ist ein Dazwischen, das viele betrifft und über das kaum gesprochen wird.

Gesundheit wird oft als etwas Binäres betrachtet. Entweder ist man krank oder gesund. Doch der menschliche Körper kennt viele Abstufungen. Bevor eine Krankheit entsteht, beginnt er zu kompensieren. Er passt sich an, spart Energie und versucht, mit den vorhandenen Ressourcen auszukommen. Das funktioniert eine Zeit lang erstaunlich gut. Doch es kostet Substanz.

In unserer heutigen Lebensweise wird dieser Zwischenzustand fast normal. Der Alltag ist dicht getaktet, Pausen sind kurz und Erholung wird häufig auf später verschoben. Schlaf ist vorhanden, aber nicht erholsam. Essen ist verfügbar, aber nicht immer nährend. Bewegung findet statt, aber oft ohne Ausgleich zum mentalen Druck.

Der Körper meldet sich in dieser Phase nicht mit lauten Warnsignalen. Er flüstert. Mit Müdigkeit, mit Konzentrationsproblemen, mit einer geringeren Belastbarkeit. Viele ignorieren diese Zeichen, weil sie nicht eindeutig zuzuordnen sind. Man arrangiert sich damit und hält es irgendwann für normal.

Doch funktionieren ist nicht gleich gesund sein. Leistungsfähigkeit kann auch aus Gewohnheit entstehen, aus Durchhalten und aus dem ständigen Übergehen eigener Bedürfnisse. Echte Gesundheit fühlt sich anders an. Sie ist ruhiger, stabiler und weniger abhängig von äußeren Stimulanzien.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob man krank ist. Sondern ob der Körper wirklich bekommt, was er braucht, um im Gleichgewicht zu bleiben.

KI-Bild

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